Europäisches Unified Basketball Projekt
Basketball verbindet
Sport verbindet, überschreitet Grenzen, erweitert den Horizont und macht darüber hinaus auch noch jede Menge Spaß. Vor allem Letzteres stellen Schüler und Erwachsene mit und ohne geistige Behinderung verschiedener Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet derzeit beeindruckend unter Beweis. Im Rahmen des europaweiten "Youth Unified Basketball Developement Projects" von Special Olympics entstehen Kooperationen zwischen verschiedenen Schulen, Vereinen und Einrichtungen bzw. Schulen für Menschen mit geistiger Behinderung.
Das Ziel dieses Projektes ist es, 500 neue Unified Athleten und Partner im gesamten europäischen Einzugsbereich zu gewinnen. Jede beteiligte Nation soll hierzu ca. 90 neue Sportler und insgesamt neun neue Unified Teams ins Leben rufen. Neben Special Olympics Deutschland sind die SO Programme Russland, Bulgarien, Ukraine, Litauen und Serbien in dieses Projekt involviert.
Die Ziele von SOD und dem Projektleiter Martin Hötzl liegen darin, einen regelmäßigen (wöchentlichen) Trainingsbetrieb aller Mannschaften sicherzustellen, Kooperationen mit nationalen Fachverbänden (Deutscher Basketball Bund), Schulen, Universitäten und lokalen Sportvereinen aufzubauen und zu stärken. In diesem Rahmen sollen drei Unified-Mannschaften pro Region (Nord-, West- und Süddeutschland) gegründet werden, wobei ein Fokus ebenfalls auf der Stärkung von Damen Unified Teams gerichtet ist. Dieses Projekt soll ebenfalls die öffentliche Einstellung gegenüber Menschen/Sportlern mit geistiger Behinderung positiv beeinflussen.
Der Projektleiter Martin Hötzl, der als Sozialpädagoge in den Bruckberger Heimen arbeitet und dort mit weiteren Sportpädagogen das Basketball Training organisiert, besuchte zu Beginn des Jahres gemeinsam mit Michael Newton, Nationaler Koordinator der Sportart Basketball bei Special Olympics Deutschland, die Realschule Neuendettelsau und das Förderzentrum St. Martin. Dabei stellten die beiden Sportpädagogen die wesentlichen Inhalte des Projektes und dessen Ziele vor. Beide Schulen zeigten sich sehr interessiert an diesem Projekt und signalisierten umgehend ihre Kooperation. Daraufhin folgte an zwei Vormittagen ein integrativer Unterricht, der sich seit März in einem regelmäßigen integrativen Sportunterricht fortsetzt. Ziel ist es nun, diese Form des integrativen Sports weiter auszubauen und weitere Unified Mannschaften ins Leben zu rufen bzw. bundesweit Einrichtungen und Schulen beim Aufbau derartiger Mannschaften zu beraten und zu unterstützen.
Ein ähnliches Projekt hat sich in Essen unter der Regie von Tobias Papies, Integrationsberater im Franz-Sales Haus in Essen - entwickelt. Die bereits seit Jahren existierende Basketball AG kooperiert seit Kurzem mit einer benachbarten Schule. Ein erstes Vorbereitungstreffen war ein großer Erfolg und einige Schüler der kooperierenden Schule sind bereits in das Training der Basketball Ag eingestiegen.
Des Weiteren organisierte Heinz-Werner Schmunz - Lehrer an der Gustav Heinemann Schule in Hagen in Kooperation mit SO NRW ein integratives Basketballcamp für SO Athleten und Profibasketballern der ETB Wohnbau Baskets (2.Bundesliga Pro A).
Weitere Teilnehmer an diesem Projekt befinden sich in Neuendettelsau. Dort gibt es seit knapp einem Jahr ein "Mini" Unified Team. Sportler mit und ohne Behinderung ab ca. 11 Jahren trainieren hier gemeinsam einmal wöchentlich.
Ganz im Süden Deutschlands wird bereits seit Jahren Unified Basketball in Rosenheim betrieben. Durch die Kooperation mit dem SB DJK Rosenheim kam auch die basketballerfahrene Margit Krogler zum "SO Basketball" und gibt ihre Erfahrungen an die Athleten weiter.
Eine lange Basketballtradition kann auch der Freizeitclub Amberg vorweisen. Ludwig Weidel und seine Tochter arbeiten am Aufbau einer Damen Unfied Mannschaft.
All diese Ergebnisse zeigen, dass es eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, Unified Basketball voran zu treiben. Im Laufe der nächsten zwei Jahre werden den Auftaktergebnissen hoffentlich noch viele weitere positive Effekte dieser Zusammenarbeit folgen. Lernen können alle Seiten von dieser Form des Sports. Den wahren Geist des Sports, die Freude an der Bewegung aber vor allem die Möglichkeiten der Begegnung zwischen jungen Sportlern mit und ohne Behinderung stellen die wesentlichen Lerneffekte in diesem Projekt dar.
Wir möchten gern weitere Einrichtungen, Schulen und Coaches ermuntern, dieses Projekt zu unterstützen, um auf diese Weise noch mehr Menschen mit und ohne geistige Behinderung die Möglichkeit zu geben und gleichzeitig zu motivieren, gemeinsam zu trainieren und an Wettbewerben teilzunehmen. Interessierte wenden sich bitte an Martin Hötzl (martin.hoetzl@diakonieneuendettelsau.de; 09824 - 584 35) oder an Nicole Vincenz (nicole.vincenz@specialolympics.de; 030 - 24 62 52 31).
Martin Hötzl/Nicole Vincenz

Das European Youth Unified Basketball Development Projekt wird durch den SO Christmas Record Grant unterstützt. Special Olympics vergibt jedes Jahr Fördermittel aus der Christmas Record Stiftung. Diese Mittel werden aus dem Verkauf von “A Very Special Christmas®” Alben generiert und werden zur Unterstützung von SO Programmen weltweit genutzt.


