Bruckberger Heim mit Schloss und Martinskirche
Bruckberger Heim mit Schloss und Martinskirche
Bruckberger Heime Akazienhof
Bruckberger Heime Akazienhof

Sportliche Tradition in den Bruckberger Heimen

Es lebe der Sport!!! Dieser Titel könnte unter anderem auch die pädagogische Ausrichtung der Bruckberger Heime beschreiben.
Bereits seit weit mehr als über 30 Jahren wird in der Einrichtung in Trägerschaft der Diakonie Neuendettelsau ein breit gefächertes sportpädagogisches Programm angeboten. Derzeit wohnen circa 520 Bewohnerinnen und Bewohner in der Einrichtung in circa 50 Wohngruppen mit 69 Haushalten. Eine enge Kooperation besteht zur örtlichen Werkstatt, die sich als Zulieferer für die regionale Wirtschaft sieht und z. B. vereinzelt auch ausgelagerte Arbeitsplätze anbietet.

Insgesamt nehmen circa 200 der 520 Bewohnerinnen und Bewohner regelmäßig an den Angeboten teil. Nahezu an die 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung organisieren, leiten und bieten dieses Programm an. Viele von ihnen als lizenzierte Fachübungsleiter für den Sport für Menschen mit geistiger Behinderung. Somit umfasst das Angebot der Bruckberger Heime in diesem Bereich die Sportarten Aerobic, Basketball, Fußball, Gymnastik, Schwimmen, Seniorensport, Spiel und Sport (wettbewerbsfreies Angebot), Tischtennis, und Wandern. An nahezu jedem Werktag werden Trainingseinheiten angeboten, wobei jede Sportart zwischen ein- und zweimal pro Woche angeboten wird.
Viele von den Sportlerinnen und Sportlern nehmen mehrmals in der Woche am Sport in unterschiedlichen Mannschaften und Leistungsgruppen teil. Im Basketball gibt es z. B. vier verschiedene Mannschaften. Aber nicht nur das Aushängeschild der Bruckberger Sportler – die Basketballer – stehen im Fokus des Interesses, sondern das gesamte Sportprogramm erfreut sich großer Beliebtheit und wird von den Bewohnern sehr regelmäßig genutzt.

„Der Sport bietet für die bei uns lebenden Menschen einen wichtigen Lebensinhalt – mit dem Medium Sport begleiten wir gezielt die Persönlichkeitsentwicklung der Sportler – wir verstehen den Sport als einen Baustein unseres pädagogischen Konzeptes und wichtige Bereicherung unseres gemeinschaftlichen Lebens“, so Einrichtungsleiter Joachim Neuschwander.

Eingebettet in das pädagogische Konzept der Bruckberger Heime bietet das Sportprogramm für alle 50 Wohngruppen unterschiedlichster Altersstruktur und je nach Hilfebedarf das passende Sportangebot, so dass Sport zum Erlebnis und nicht zum Frustrationserlebnis wird. So gesehen steht die Auswahl im Sportprogramm sinnbildlich für die pädagogische Arbeit in der Einrichtung, die sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen orientiert und somit ein individuelles Förderpaket für jeden Bewohner der Einrichtung bietet. Konstruiert wird dieses Paket im Zusammenwirken mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie aller an der Hilfeleistung beteiligen Fachkräfte. Dies wird möglich durch eine gute Kommunikation und Kooperation zwischen Wohngruppen, Fachdiensten, Therapeuten, Eltern und Betreuern. Nicht nur sportliche Angebote, sondern auch Angebote wie die Theatergruppe, die Reittherapie, Musikgruppen, Malgruppen, Medienpädagogik, Fortbildungskurse, therapeutische Einzelstunden, Krankengymnastik, Ergotherapie und unterstützte Kommunikation stehen den Bewohnern im Bereich der Therapie und des kulturellen Lebens zur Verfügung.

Eng verbunden mit Special Olympics sind die Bruckberger Heime seit 1998. In diesem Jahr fanden die Mediteranean Games in Athen statt und die Bruckberger Heime wurden von der Geschäftsführung mit damaligem Sitz in Würzburg gefragt, inwiefern seitens der Einrichtung Interesse an einer Teilnahme besteht. Daraufhin nahmen die Bruckberger Heime mit 34 Athletinnen und Athleten in den Sportarten Fußball, Unified Basketball, Schwimmen und Tischtennis teil. Weiterhin haben Bruckberger Sportlerinnen und Sportler an allen Nationalen Sommerspielen seit 1998 in Stuttgart teilgenommen. Auch bei internationalen Veranstaltungen, wie z. B. bei den Weltspielen 1999, 2003 und 2007 sowie den Europäischen Jugendspielen 2006 in Rom, sind die Bruckberger als Team Germany regelmäßig vertreten. Seit dem engagieren sich ebenfalls eine Vielzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtung als Funktionäre für SO, so z. B. Michael Newton als Nationaler Basketballkoordinator und als European Basketball Unified Sports Advisor, Stefan Messlinger als Tischtennis Koordinator für SO Bayern und Martin Hötzl als Projektleiter des European Youth Unified Basketball Development Projektes.

„Sportpädagogik hat in unserer Arbeit einen sehr hohen Stellenwert. Es ist schön, unsere Erfahrungen mit SO an andere Sportbegeisterte auf nationaler und internationaler Ebene weiterzugeben und zu erleben, wie durch diese Arbeit eine Gemeinschaft entstehen kann“, so Michael Newton, der als Wohnbereichsleiter zweier Wohnbereiche für die Organisation des Sportprogramms verantwortlich ist.

Das nächste große Highlight stellen natürlich die Nationalen Spiele in Bremen dar. Hier werden insgesamt 49 Athletinnen und Athleten sowie 14 Unified Partner in den Sportarten Schwimmen, Tischtennis, Basketball sowie im Wettbewerbsfreien Angebot an den Start gehen und wie immer mutig ihr Bestes geben. Dabei freuen sich die Sportlerinnen und Sportler besonders auf den sportlichen Vergleich mit anderen Athletinnen und Athleten und auf das Wiedersehen mit vielen bekannten Gesichtern, die sie von vergangenen SO Wettbewerben bereits kennen. Einige von ihnen wollen unbedingt eine Medaille mit nach Hause bringen und andere frei nach dem Motto „dabei sein ist alles“ die Veranstaltungswoche in vollen Zügen genießen. Die Coaches und Betreuer hoffen auf einen reibungslosen Ablauf ohne Verletzungen und möchten mit der Reise nach Bremen die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Sportlerinnen und Sportler weiter fördern, gemeinsam Erfolge feiern aber auch lernen, mit Niederlagen umzugehen.

Aufgrund der jahrelangen Arbeit als Coach und der Begeisterung für Special Olympics fällt es Einrichtungsleiter Joachim Neuschwander nicht allzu schwer, seine Mitarbeiter hin und wieder für SO-Funktionärsarbeit freizustellen. Er war es selbst, der den Arbeitskreis Sport, verantwortlich für sportorganisatorische Belange, bei den Bruckberger Heimen ins Leben gerufen hat und diesen tatkräftig unterstützt.

Unterstützung und Anerkennung erhält die Einrichtung ebenfalls von der gesamten Gemeinde. Ein besonderer Dank gilt hierbei der Bürgermeisterin Anne Wöhl sowie der bayerischen Staatskanzlei und dem Bezirk Mittelfranken für die Einladungen der siegreichen Basketballmannschaft nach der Rückkehr von den Weltspielen 2007 in Shanghai.

Neben der erfolgreichen Teilnahme bei den Nationalen Spielen in Bremen werden insbesondere die Ziele der Aufrechterhaltung des regelmäßigen Trainingsbetriebes,  der Ausbau und die weitere Teilnahme am Youth Unified Basketball Projekt sowie Fortbildungsangebote für Unified Basketball Coaches angestrebt.

Abschließend möchte Martin Hötzl gern weitere Einrichtungen und Schulen motivieren, Mitglied von Special Olympics zu werden: „SO ist für die Sportler weitaus mehr als ein sportlicher Wettbewerb und auch in Momenten, in welchen man nicht gerade auf einer SO Veranstaltung ist, kann man SO in der pädagogischen Alltagsarbeit als Motivationsfaktor für die Sportlerinnen und Sportler einsetzen und nutzen.“

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